Der Kampf um eine schöne Frau auf Leben und Tod
Immer wieder tauchen Fetische auf, die ich bisher für mich unter den Außenseiter „Phantasien“ eingestuft hatte. Ich wollte da nicht so weit eindringen. Doch dieser Fetisch macht sich breiter. Nimmt immer mehr Gestalt an. Vielleicht ist das auch Corona geschuldet, denn dieser Fetisch für Larps (Live Action Role Playing oder Live-Rollenspiel ist eine Form von Rollenspielen, bei denen die Teilnehmer ihre Spielfigur physisch selbst darstellen. Es handelt sich also um eine Mischung aus Pen-&-Paper-Rollenspiel und Improvisationstheater. Die Spiele finden meist ohne Zuschauer statt.)
Was heißt LARP?
(Rollenspiele machen richtig Spaß - meistens zumindest. ... So entstand das „echte“ Rollenspiel, das „Live Action Role Playing“, kurz: LARP. Es war das erste Mal in den USA, Mitte der 80er Jahre, als ein paar Rollenspieler beschlossen, wirklich durch die Wälder zu streifen und mit einem Schwert in den Kampf zu ziehen.)
Es wurden über eine Annonce zwei Männer gesucht, die bereit seien, für eine Frau zu kämpfen, die sich dem Sieger anschließend hingibt. Der Verlierer hingegen ...nun ja.
Es kamen unter der genannten Chiffre einige Anfragen, einige auch mit Bild. Aber sobald die Frau die Modalitäten exakter benannte, verzichteten die Herren.
Nun sagte sie sich, das muss ich anders machen. Sie ging aus. Immer schick, immer stylisch. Eine Frau, der man hinterher sah. Eine Frau, der man jeden Wunsch von den Lippen ablesen wollte, wenn sie es denn zuließe.
Heute besuchte sie eine Bar, eine wo sich die sogenannten Privilegierten aufhielten. Nun dachte sie bei sich, ich bin ja mal gespannt, was ihr so drauf habt. Reden könnt ihr alle, blenden auch, aber sonst, was ist sonst an euch dran. Heute, so nahm sie sich vor, finde ich die beiden und dann, dann will ich sehen, was an denen wirklich dran ist.
Was macht, denkt sie, als sie die Bar durchquert, einen Mann erfolgreich, dass er von Papa alles gerbt hat und weiterführt. Dass er also in einem Korsett des Erfolges steckt , oder diejenigen, die über ein Start-up erfolgreich waren. Oder jene, die von sogenannten Sponsoren gefördert wurden, weil sie das richtige Benehmen, die Ausstrahlung hatten. Wer weiß, wer da alles im Hintergrund diese Marionetten tanzen ließ.
D ieses wichtig tuerische Gerede, dass sie hier zu hören bekam. Blah blah blah.
Sie erregte Aufsehen, wie sie sich durch die Bar bewegte. Nun ja, Blond kommt immer an. Ein schlanker Körper mit den richtigen Rundungen ebenfalls. Heels sowieso und dann das richtige Kleid. Schlicht ohne Pathos, aber wirkungsvoll. Die Blicke folgen ihr alle ausnahmslos. Ihr Täschchen legt sie vor einem der Herren an der Bar ab, sie haucht ihm ins Ohr, „Ich muss mich mal ein bisschen bewegen, passen sie bitte auf meine Tasche auf.“ Ein langer Blick von ihr und sie geht auf die Tanzfläche, die vollkommen leer ist und tanzt zu der Musik für sich allein. Kaum einer kann die Blicke von ihr lassen, so harmonisch sind ihre Bewegungen und so manchen Mann beschleicht der Gedanke, mit der Frau mal zu vögeln, dieser Frau, die dort ganz allein tanzt, ihren Körper der Celebration der Musik unterwirft.
Diese Frau will gefickt werden, eindeutig, da sind sich alle einig. Die Musik verklingt, sie lässt sich noch leicht ausschwingen und geht dann dorthin, wo sie ihre Tasche deponiert hat. Greift danach und weiß schon jetzt, dass ihre Hand festgehalten wird. Genau so geschieht es. Die Hand dessen, vor dem sie ihre Tasche platziert hat, der hält sie jetzt fest. Auf ihren Blick hin, sagt er: „Du bist mir was schuldig.“
Sie schaut ihn an: „Sind Sie sich da sicher.“ Er: „Ja, ich möchte Sie zu einem Drink einladen und“ ... Sie unterbricht ihn und sagt: „Ich nehme den Drink,“ wendet sich an den Barkeeper und verlangt ein Glas Champagner.
„Ich heiße Matthias,“ stellt sich der Mann vor, „und wie darf ich Sie ansprechen.“ „Leandrah,“ erwidert sie. „Ein schöner Name ,“ sagt er nickend. „Selten.“ Sie nickt, prostet ihm zu und nimmt einen Schluck. Stellt das Glas ab und fragt ganz offen: „Wer von euch möchte mit mir schlafen?“
Überrascht schauen die Männer der Bar sie an. So was sind sie nicht gewohnt. Sie sind die Elite aus Wirtschaft, Politik und ... und ... und ...
Sie sind es, die eine Frau mitnehmen, auch manchmal gegen ihren Willen, ihren Spaß mit dieser haben, mal kürzer, mal länger, so wie es gerade passt und der Überdruss noch nicht gegriffen hat.
Sie nimmt diese momentane Sprachlosigkeit wahr. Lächelt, nein lacht. „Wer immer mich will, der muss es zu meinen Regeln machen. Ich will einen Mann im Bett, der noch Urinstinkte hat, der bereit ist um mich zu kämpfen. Wer von Euch wäre dazu bereit.?“
Matthias löst sich von der Bar. „Mit mir kannst du rechnen, ich bin körperlich fit. Daher würde ich es gern drauf ankommen lassen.“ Sie mustert ihn von oben bis unten. „Gut,“ sagte sie dann, „aber ich brauche noch einen Gegner für dich.“
Verlegen wenden sich die meisten wieder ab. „Wisst ihr eigentlich, wie armselig ihr seid?“ fragte sie in den Raum hinein. „Ihr seid doch nur Marionetten des Luxus. Mehr nicht. Ihr nehmt euch in der Regel, was ihr haben wollt, aber wenn von euch gefordert wird, dass ihr mal um eine Frau kämpfen sollt, dann kneift ihr,“ verächtlich kommen diese Worte aus ihrem Mund.
„Ich habe mich geschäftlich hoch geboxt,“ sagt einer und stellt sich ihr in den Weg. „Dabei noch nichts geschenkt bekommen. Dein Mut gefällt mir, und ja, auch deine Schönheit, deswegen stelle ich mich zur Verfügung gegen Matthias um dich anzutreten.“
„Das freut mich,“ sagt sie, mustert auch ihn von Kopf bis Fuß. Er ist etwas älter als Matthias, scheint nicht nur ein Mann der Worte zu sein, sondern auch ein Mann des Zupackens. Das dürfte spannend werden.
„Ihr habt beide eine Woche Zeit, um zu trainieren,“ sagt sie, „und dann bekommt ihr Nachricht von mir, wo wir uns zu diesem besonderen Stelldichein treffen.“
„Gut,“ mit einem Blick auf Matthias sagt jener, der noch vor ihr steht, „ich heiße übrigens Erik, damit du weißt, mit wem du es zu tun hast. Wir werden bereit sein. Brauchst du unsere Telefonnummern?“
„Nein,“ entgegnet sie, „ich weiß wie ich euch erreiche.“
Sie nimmt sich ihre Tasche und verlässt die Bar, ohne sich noch einmal umzusehen.
Matthias und Erik haben je einen Anruf erhalten, der sie in ein bestimmtes Anwesen bestellt, am Samstagnachmittag um 14:30 Uhr.
Sie sind beide da. Pünktlich.
Das Haus liegt einsam und ist rund herum mit einer hohen, weiß gekalkten Mauer versehen. Matthias klingelt, ein wenig nervös sind beide schon, denn sie wissen ja nicht, was sie tatsächlich erwartet.
Die Tür wird geöffnet und die Frau, die sie eingeladen hat, um sie zu kämpfen, bittet sie einzutreten.
Sie führt sie gleich zu dem schönen Innenhof und erklärt ihnen, dass sie hier auf dem Rasen um sie kämpfen sollen. Sie würde zusehen. Dieser Kampf geht jedoch auf Leben und Tod. Wer überlebt, hat das Recht mit ihr zu schlafen, derjenige, der sein Leben hier im grünen Gras gelassen hat, wird fachgerecht entsorgt, so dass von ihm nichts überbleibt und somit jegliche Erinnerung an ihn verblasst. „Ich sage das jetzt nur noch mal in aller Deutlichkeit, damit ihr wisst, auf was ihr euch eingelassen habt.“
„Wir haben verstanden,“ sagen beide, jeweils einen Blick zu dem anderen werfend. ©
Diese Geschichte komplett wird sich in dem nächten FETISCH _BUCH von Sonja Berner befinden
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